SimpliServ oder famowa? Warenwirtschaft für den Einzelhandel trifft Werkstatt-Software
famowa und SimpliServ im Vergleich: Einzelhandels-Warenwirtschaft mit Kasse gegen auftragsgetriebene Werkstatt-Software — Funktionen, Preistransparenz, Einführung und Entscheidungshilfe.

famowa der Tiroler Falch-EDV GmbH ist eine Warenwirtschafts- und Kassenlösung für den Einzelhandel — ausgerichtet auf Mode, Sport, Schuhe, Wäsche, Schmuck und Accessoires, also auf Sortimente mit Größen, Farben und schnellen Drehzahlen. SimpliServ kommt aus der Werkstatt und stellt den Auftrag in den Mittelpunkt. Beide Systeme haben eine Kasse, aber sie sind für unterschiedliche Tage gebaut. Wer nicht ausschließlich Mode über die Theke verkauft, fährt mit SimpliServ besser: gleiche Handelsfunktionen, dazu Annahme, Auftrag und Kundenportal — ohne Server, ohne Installationsprojekt, mit offenen Preisen.
Zwei unterschiedliche Ausgangspunkte
| famowa | SimpliServ | |
|---|---|---|
| Kern | Warenwirtschaft und Kasse für den Einzelhandel | Auftrags- und Serviceabwicklung mit Kasse |
| Typische Branchen | Mode, Sport, Schuhe, Schmuck, Accessoires | Fahrrad/E-Bike, E-Scooter, KFZ, Elektronik, Service und Handel |
| Produktstruktur | Versionen und Hardware-Pakete, Filialwesen | Starter, Pro, Business, Enterprise |
| Preise | auf Anfrage, Demo-Termin | öffentlich auf der Website |
| Betrieb | Installation mit Hardware, Netzwerk und Server als eigene Leistung | Browser, Hosting in der EU, keine eigene Serverinfrastruktur |
Wo famowa stark ist
Für einen reinen Modehändler mit Filialen ist famowa stimmig: Größen- und Farbvarianten, Inventurunterstützung, Filialsteuerung und ein regionaler Ansprechpartner in Österreich.
Diese Stärke ist zugleich die Grenze. Der Zuschnitt ist Handel, nicht Werkstatt — Reparaturannahme, Kostenvoranschlag mit Kundenfreigabe und Auftragsstatus sind dort bestenfalls Nebenprozess. Dazu kommen ein Installationsprojekt mit Hardware, Netzwerk und Server sowie Preise, die erst nach einem Verkaufsgespräch vorliegen.
Wo SimpliServ gewinnt
SimpliServ ist für den Fall gebaut, dass ein Kunde nicht nur kauft, sondern etwas bringt. Die Reparaturannahme mit Fotos, Zustandsprotokoll und Unterschrift, der Kostenvoranschlag mit Freigabe durch den Kunden, der Auftragsstatus, die Ersatzteile aus dem Lager, die Zeiterfassung und am Ende Kasse oder Rechnung sind ein durchgehender Vorgang.
Dazu kommen Terminplanung mit Online-Buchung, das Kundenportal ohne Login mit automatischer Fertigmeldung per WhatsApp, SMS oder E-Mail, Vermietung, Fahrzeug- und Seriennummernverwaltung sowie Rechnungen, die bereits als E-Rechnung mit eingebetteten ZUGFeRD-Daten entstehen. Die Registrierkasse ist RKSV-konform mit DEP-Export und FinanzOnline sowie TSE-konform für Deutschland.
Anpassbar ohne Projektkosten. Eigene Felder, Vorlagen und Formulare, eigene Rollen und Rechte, ab Business ein Workflow-Builder sowie API und MCP-Connector: Sie passen die Software an Ihren Ablauf an, statt Ihren Ablauf an die Software. Dafür braucht es keine Beraterstunden und keinen Entwickler.
Günstig und planbar. Der Einstieg kostet 49 € im Monat, im Jahresabo aktuell 19 € in den ersten vier Monaten; Pro mit fünf Nutzern liegt bei 119 € statt zunächst 49 €. Einrichtung und Datenübernahme übernimmt SimpliServ (Wert 199 €, derzeit kostenlos), es gibt keine Lizenz je Arbeitsplatz und nach dem Test keine Mindestlaufzeit.
Preistransparenz als Entscheidungskriterium
famowa nennt Preise nicht öffentlich, sondern führt über einen Demo-Termin und ein individuelles Angebot; Hardware, Installation, Schulung und Support sind eigene Leistungen. Das ist im klassischen Fachhandels-EDV-Geschäft üblich, bedeutet aber, dass ein Vergleich erst nach einem Verkaufsgespräch möglich ist.
SimpliServ nennt seine Preise offen: 49 € für Starter, 119 € für Pro inklusive Kasse und fünf Nutzern, 199 € für Business mit Kundenportal, Workflow-Builder und API. Alles auf der Preisseite.
Die ehrliche Entscheidungshilfe
SimpliServ ist auch eine vollwertige Registrierkasse
Auch ohne Reparaturgeschäft ersetzt SimpliServ die Ladenkasse vollständig: Sie läuft am Tablet, Laptop oder Kassenrechner statt auf Spezialhardware, jeder Beleg wird automatisch signiert und revisionssicher archiviert, Bar, Karte, Teilzahlung und Gutscheine werden sauber verbucht, der Tagesabschluss läuft auf Knopfdruck, und verkaufte Artikel gehen sofort vom Lager ab — inklusive Lagerorten und Inventur. Artikelvarianten, mehrere Lager und Standorte, Umlagerungen, Seriennummern und der DATEV-Export sind ebenso vorhanden wie die Anbindung an Shopify, Wix und JTL. Für den Tag, an dem Reparatur oder Service dazukommen, zahlen Sie nichts extra.
Modern statt gewachsen. SimpliServ läuft im Browser — am Tresen, am Tablet in der Werkstatt, am Handy unterwegs. Keine Installation, kein Server im Hinterzimmer, keine Jahresversion, die ein Techniker einspielt, keine nervigen Update-Fenster, in denen der Betrieb steht: Neue Funktionen sind einfach da, im Preis enthalten. Die Oberfläche ist auf Tempo gebaut statt auf Menübäume, neue Mitarbeitende kommen ohne Schulungswoche zurecht.
Der häufigste Praxisfall: beides ein bisschen
Viele Betriebe sind Mischformen — der Sportfachhändler mit Skiservice, der Zweiradhändler mit Werkstatt, der Elektronikhändler mit Reparaturannahme. Genau hier trennt sich die Entscheidung: Eine Einzelhandels-Warenwirtschaft bildet die Werkstatt als Nebenprozess ab, SimpliServ bildet den Handel rund um den Auftrag ab, mit Produkten, Lager, Lieferscheinen, Kasse und Shop-Anbindung an Shopify, Wix und JTL. Prüfen Sie nüchtern, welche Seite bei Ihnen mehr Deckungsbeitrag bringt, und wählen Sie das System für diese Seite.
Häufige Fragen
Ersetzt SimpliServ eine vollwertige Einzelhandels-Warenwirtschaft?
Für Betriebe mit überschaubarem Sortiment ja: Produkte, Kategorien, Lager mit Lagerorten und Seriennummern, Lieferscheine, Kasse und Shop-Anbindung sind vorhanden. Für Modehandel mit tausenden Größen- und Farbvarianten ist eine spezialisierte Handelslösung die passendere Wahl.
Ist die Kasse in Österreich rechtskonform?
Ja. Die Registrierkasse signiert RKSV-konform über fiskaly, inklusive DEP-Export und FinanzOnline-Anbindung. Die konkrete Einrichtung sollte Ihre Steuerberatung vor dem Produktivstart prüfen.
Brauche ich neue Hardware?
In der Regel nicht. SimpliServ läuft im Browser auf vorhandenen PCs, Tablets und Handys und arbeitet mit gängiger Kassenhardware zusammen.
Wie schnell ist der Umstieg möglich?
Üblicherweise ein bis zwei Tage bis zur Arbeitsfähigkeit; Datenimport und Einrichtung übernimmt SimpliServ.
Fazit
Wenn Sie ausschließlich Ware über die Theke verkaufen, ist famowa eine Option. Sobald Kunden etwas dalassen, gewinnt SimpliServ: Annahme, Kostenvoranschlag mit digitaler Freigabe, Auftragsstatus, Kasse und E-Rechnung in einem Vorgang, ohne Server, ohne Installationsprojekt — und mit Preisen, die Sie vergleichen können, bevor Sie mit jemandem sprechen.
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